Industrie, Technologie und Digitalisierung


Digitalisierung im Bayerischen Mittelstand: Erfolgreiche Zwischenbilanz

Die Zwischenbilanz der Roadshow „Digitalisierung im Bayerischen Mittelstand – Wachstumsquellen & Wachstumsschwellen“, initiiert durch Prof. Dr. Norbert Wieselhuber und Prof. Dr. E. Krubasik vom Ausschuss für Industrie, Technologie, Digitalisierung des Wirtschaftsbeirats Bayern, kann sich sehen lassen: In Augsburg, Burghausen, Deggendorf, Kempten und Weiden kamen im vergangenen Jahr knapp 500 Unternehmer/-innen, Wissenschaftler und Politiker zusammen, um Status-Quo und Zukunft der Digitalisierung zu diskutieren. Heute lässt sich sagen: Der digitale Wandel ist keinesfalls eine Modeerscheinung, er ist für jeden Realität. Doch im neuen Jahr ist Tempo angesagt: Angesichts fundamentaler Herausforderungen in Organisation, Prozessen und Kultur muss der bayerische Mittelstand die Mehrwerte der digitalen Transformation für neue Geschäftsideen nutzen. Eine neue Unternehmenskultur, in der Chancen von Plattformökonomie und Künstlicher Intelligenz (KI) erkannt werden, begünstigt innovative Geschäftsmodelle.

 

Gerade vor dem unbekannten „Neuen“ schrecken aber noch viele Unternehmer zurück. Sie sind verunsichert, agieren trotz guter politischer Bedingungen im Freistaat nur sehr zögerlich. Denn was bringt sie schon, die Zukunft? Besteht das mittelständische Unternehmen 20XX nur noch aus einem Leitstand in der Führungsetage, automatisierten Steuerungssystemen, lernender Analyse und Entscheidungsalgorithmen? Clean, cool, effektiv, effizient – der Mensch mit all seinen Stärken, Schwächen, Emotionen ist überwunden?

 

Bei allen Bedenken – Realität und Notwendigkeit ist: Das Management als Unternehmens- und Zukunftsgestalter muss Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) als Mittel zum Zweck aktiv nutzen! So kann es beispielsweise bei Routine-Entscheidungen und operativen Prozessen durchaus auf Grund von KI ein „fahrerloses Unternehmen“ geben. Effektivität, Effizienz, Schnelligkeit, Fehlerquote etc. werden durch Einsatz von KI positiv beeinflusst. Die operativen Risiken werden reduziert und der Ressourcen-Einsatz optimiert – „operative Spitzenunternehmen“ entstehen. Diese Entwicklung betrifft die unmittelbare Unternehmens-Gegenwart, ist aber keinesfalls eine Garantie für eine erfolgreiche Zukunft! „Fahrerlos“ bedeutet dabei aber nicht „führerlos“, auch wenn möglicherweise in Zukunft sogar Kurs, Tempo, Intensität, Risiko durch KI-Systeme vorgegeben werden können. Nachhaltig erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich u.a. auch durch Vision, Kreativität, Spontanität, Commitment, Mut, Leidenschaft, Empathie aus. Diese Funktionen kann keine KI erfüllen. Vielmehr muss das Management ein klares Zukunftsbild für das eigene Unternehmen entwickeln. Es braucht aktive Vorbilder an der Spitze des Unternehmens, die die digitale Transformation ganzheitlich und strukturiert angehen, denn eine Lösung von der Stange gibt es nicht! Aus der Kenntnis der KI-Möglichkeiten und der Unternehmensstrategie lassen sich Einsatzfelder, Effekte und Wirkungen unternehmens- und geschäftsspezifisch ermitteln. Systematik und Kreativität (Phantasie) sind hier jedoch gleichwertig von Bedeutung.

 

Auch für 2019 macht die Digitalisierungsroadshow wieder Station in bayerischen Städten: Mehr Informationen dazu in Kürze unter www.wbu.de .

 

Jean-Francois Pauly

Leiter Digitalisierung der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH

 

Gustl F. Thum

Mitglied der Geschäftsleitung Dr. Wieselhuber & Partner GmbH