Die aktuellen Zahlen des DATEV-Mittelstandsindex für Dezember 2025 bestätigen, dass der bayerische Mittelstand weiterhin in einer Phase der Zurückhaltung verbleibt. Mit der neuen, methodisch deutlich verbesserten Berechnung des Index – basierend auf Medianwerten und einer erweiterten Datenbasis – wird die wirtschaftliche Realität des Mittelstands nun präziser abgebildet als je zuvor. Rückgänge von über 1% sind dabei kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Herausforderungen, die sich in vielen Regionen Bayerns zeigen.
Seit dem Release 02/26 setzt der DATEV-Mittelstandsindex auf eine grundlegend überarbeitete Methodik: Statt auf Durchschnittswerte basiert der Umsatzindex nun auf Medianwerten innerhalb kleiner Unternehmensgruppen. Dadurch erhalten Kleinst- und kleine Unternehmen, die 97,5% des Mittelstands ausmachen, ein höheres Gewicht. Zudem werden nun mittlere Stundenlöhne inklusive Einmal- und Sonderzahlungen ausgewiesen, was die tatsächliche Einkommenssituation der Beschäftigten besser widerspiegelt. Die Datengrundlage wurde für Landkreise, IHK-Regionen und Bundesländer erweitert, Branchen werden nach NACE-Klassifikation und EU-Größenklassen differenziert. Der Gesamtindex entsteht aus den gewichteten Teilindizes der Wirtschaftsbereiche und Unternehmensgrößen – für eine repräsentative Abbildung der Umsatzentwicklung.
Die Dezember-Daten zeigen, dass der bayerische Mittelstand weiterhin mit strukturellen Belastungen kämpft. Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex für Bayern liegt bei 85,73 Punkten, was einem Rückgang von 6,14% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind die IHK-Bezirke Oberpfalz/Kelheim mit einem Rückgang von 9,01% und Würzburg-Schweinfurt mit minus 9,55%. Auch München und Oberbayern verzeichnen mit minus 6,86% einen deutlichen Rückgang und liegen damit unter dem bayerischen Durchschnitt. Relativ stabil zeigen sich Aschaffenburg mit minus 3,19% und Coburg mit minus 3,04%, die jedoch weiterhin unter dem bayerischen Durchschnitt liegen. Oberfranken Bayreuth verzeichnet mit minus 0,83% den geringsten Rückgang, während Nürnberg für Mittelfranken mit minus 5,44% und Schwaben mit minus 6,57% im Mittelfeld liegen.
Die neuen Daten bestätigen, dass eine nachhaltige konjunkturelle Erholung des bayerischen Mittelstands weiterhin ausbleibt. Die regionale Spreizung bleibt deutlich, strukturelle Belastungen wirken fort. Die neue Methodik unterstreicht, dass vor allem Kleinst- und kleine Unternehmen die Gesamtentwicklung prägen – und diese sind besonders von der aktuellen Schwächephase betroffen.
Fazit: Die Dezember-Zahlen 2025 zeigen, dass der bayerische Mittelstand weiterhin unter Druck steht. Die neue, präzisere Methodik des DATEV-Mittelstandsindex macht deutlich, dass die anhaltenden Rückgänge Ausdruck struktureller Herausforderungen sind. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.
Der Umsatzindex ist Saison- und Kalenderbereinigt.
| IHK-Bezirk | Umsatzveränderung | Umsatzindex |
| IHK Nürnberg für Mittelfranken | -5,44 % | 89,27 |
| IHK Aschaffenburg | -3,19 % | 93,37 |
| IHK zu Coburg | -3,04 % | 90,85 |
| IHK für München und Oberbayern | -6,86 % | 84,59 |
| IHK Oberfranken Bayreuth | -0,83 % | 92,65 |
| IHK für Oberpfalz/Kelheim | -9,01 % | 84,34 |
| IHK Schwaben | -6,57 % | 87,33 |
| IHK Würzburg-Schweinfurt | -9,55 % | 87,06 |
| IHK für Niederbayern | -6,83 % | 82,19 |