Bayerischer Wirtschaftstag in Rosenheim am 7. Juli 2005: "Mehr Arbeitsplätze braucht das Land"

"Mehr Arbeitsplätze braucht das Land!" Unter diesem Leitthema stand der Bayerische Wirtschaftstag am 7. Juli 2005 im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim. Das Motto beschreibt den einzigen Weg, den es gibt, um die Finanz- und Sozialsysteme wieder ins Gleichgewicht und Deutschland international wieder nach vorne zu bringen. Ohne die Schaffung neuer Arbeitsplätze vor allem im mittelständischen Bereich sind alle Reformanstrengungen zum Scheitern verurteilt.
Soziale Marktwirtschaft ist mit Millionenarbeitslosigkeit nicht vereinbar. Sozial ist ein Arbeitsmarkt, der wieder mehr Beschäftigungschancen bietet und es dem Einzelnen erspart, die Hilfe der Solidargemeinschaft in Anspruch zu nehmen. Wir fordern deshalb die Politik auf, endlich die lange überfälligen Strukturreformen - insbesondere auf dem Gebiet der Steuer-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik - anzupacken und den drohenden Kollaps der öffentlichen Haushalte abzuwenden!
Sozial ist, was Arbeit schafft. "Mehr Arbeitsplätze" ist deshalb das wichtigste Ziel einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, auf das alle Einzelmaßnahmen ausgerichtet sein müssen. Es muss endlich Schluss sein mit Regelungen, die - tatsächlich oder ideologisch verbrämt - ganz anderen Zielen dienen, die aber letztlich nur Arbeitsplätze kosten und neue Investitionen erschweren. Daher ist die Zahl der Beschäftigten zusammen mit den Selbständigen auch der politische Bewertungsmaßstab, an dem sich Erfolg oder Misserfolg einer Regierung messen lassen müssen. Jetzt haben wir die Chance für einen grundlegenden Politikwechsel!

"Ohne neue Arbeitsplätze vor allem im mittelständischen Bereich werden alle Reformversuche - auch anderer Regierungen - scheitern. Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist deshalb das wichtigste Ziel einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, auf das alle Einzelmaßnahmen ausgerichtet sein müssen."
Dr. Dieter Soltmann
Präsident des Wirtschaftsbeirates Bayern

"Ich setze große Hoffnungen auf eine Wende in der Bundespolitik. Deutschland muss in steuerlicher und arbeitsrechtlicher Hinsicht wieder wesentlich wettbewerbsfähiger werden."
Gabriele Bauer
Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim

Gut gewählt war das Thema der Veranstaltung - immerhin gut 300 Mitglieder und Gäste hatten den Weg in das Kultur- und Kongresszentrum der Stadt Rosenheim gefunden, um mit den Experten aus Wirtschaft und Politik über Wege aus der Beschäftigungskrise und Möglichkeiten für eine Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu diskutieren.

"Wir müssen unbedingt industrielle Leistungskerne in unserem Land behalten. Deutschland ist der größte Markt in Europa. Diesen Markt gilt es zu befriedigen und nicht etwa kampflos preiszugeben."
Prof. Dr. Dr. Horst Wildemann
Leiter des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre - Unternehmensführung, Logistik und Produktion - an der Technischen Universität München

"Ich glaube, dass dieses Land ein unglaubliches Potenzial und Know-how hat. Wenn Deutschland eine Aktiengesellschaft wäre, würde ich eine Aktie kaufen."
Dagmar Wöhrl MdB
Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

"Wir müssen sehen, dass die Menschen wieder Vertrauen in die Politik haben - Vertrauen in die Nachhaltigkeit und Kalkulierbarkeit der Rahmenbedingungen."
Prof. Dr. Anton Kathrein
Persönlich haftender Gesellschafter der Kathrein Werke KG

"Wir brauchen eine Revitalisierung der Sozialen Marktwirtschaft. Mit einer revitalisierten Sozialen Marktwirtschaft hat Deutschland alle Möglichkeiten, auch künftig zu den Gewinnern von Wettbewerb und Wandel zu gehören."
Adolf Dinglreiter MdL a.D.
Vorsitzender der Bezirksgruppe Rosenheim des Wirtschaftsbeirates Bayern

"Wir müssen bei uns ein innovationsfreundlicheres Klima schaffen. Die Fähigkeiten der Menschen - das Wissen und Können - sind da. Es muss sich aber in Deutschland endlich auch wieder lohnen, unternehmerische Risiken zu übernehmen."
Dr. Otto Wiesheu, MdL
Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

Souverän: Moderator Nikolaus Piper, Ressortleiter Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung, gab der Diskussion auf dem Podium wichtige Impulse.

"Ich möchte nicht erleben, dass ganze Landstriche passiv saniert werden, weil sie zu viel Arbeitsplätze für weniger qualifizierte Menschen verlieren, die Leute keine Zukunft mehr haben und zu guter Letzt abwandern."
Ernst Hinsken, MdB, meldete sich bei der anschließenden Fragerunde mit einem leidenschaftlichen Appell zu Wort.

WBU-Mitglieder und PR-Unternehmer Michael Märzheuser und Jochen Gutzy (beide Märzheuser/Gutzy).

Georg-Adam Freiherr von Aretin (Vorsitzender des Ausschusses für Ernährungs- und Agrarpolitik), Dagmar Nolte (Unternehmerin), Ernst Hinsken, MdB, und Werner Stamm (Ehrenvorsitzender des Ausschusses für Mittelstandspolitik)(v.l.n.r.).

Dr. Hermann Clamm (Ehrenvorsitzender des Ausschuss für Steuer-, Finanz- und Währungspolitik), Dr. Peter J. Thelen (Vorsitzender des Ausschusses für Medienpolitik) und Moderator Nikolaus Piper (Ressortleiter Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung) beim traditionellen Empfang des Wirtschaftsbeirates Bayern (v.l.n.r.).

Reger Andrang herrschte wie gewohnt auch auf der kongressbegleitenden Ausstellung, auf der sich vor allem mittelständische Betriebe aus der Region Rosenheim präsentierten.

Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren und Diskutanten: Andreas Müller Armack (Generalsekretär des Wirtschaftsbeirates Bayern), Prof. Dr. Anton Kathrein (Persönlich haftender Gesellschafter der Kathrein Werke KG), Dr. Otto Wieshau, MdL (Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie), Dr. Dieter Soltmann (Präsident des Wirtschaftsbeirates Bayern) und Adolf Dinglreiter, MdL a.D. (Vorsitzender der Bezirksgruppe Rosenheim des Wirtschaftsbeirates Bayern)(v.l.n.r.).






