Bayerischer Wirtschaftstag 2004 in Augsburg
Der Bayerische Wirtschaftstag am 5. Juli 2004 in Augsburg stand unter dem Motto "Innovation und Spitzenleistung – Rahmenbedingungen für mehr Wachstum und Beschäftigung im globalen Wettbewerb“.
Dabei warb der Wirtschaftsbeirat der Union ganz bewußt für eine Vorwärtsstrategie, um Schwächen durch Leistung zu überwinden und Deutschland wieder zu einem „Land der Ideen“ zu machen. Wachstums- und Beschäftigungschancen müssen aktiviert und ein neues Leistungsklima geschaffen werden.
Grußworte
Albert Graf Fugger von Glött – Vorsitzender des Bezirks Augsburg des Wirtschaftsbeirates
„Die Zukunft gehört nicht dem Verzagten und Ängstlichen, sondern demjenigen, der die Zeichen der Zeit erkennt, sie richtig deutet und entsprechend handelt, ohne vom Staat unnötig gegängelt und reglementiert zu werden.“
„Die Regionen Augsburg und München müssen wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch noch enger zusammenwachsen. Das Stichwort ’Greater Munich’ kann nur immer eine Zweibahnstraße sein. München und Augsburg sind die attraktivsten Wirtschaftsregionen in Bayern.“
„Arbeitskräftepotenzial, hohe Qualifikation, niedrige Kosten, gute Infrastruktur, günstige Gewerbeflächenpreise sind in Augsburg, der ’nördlichsten Stadt Italiens’ gegeben.“
Dr. Paul Wengert – Oberbürgermeister der Stadt Augsburg
„Seit Jahrhunderten ist die wirtschaftliche, aber auch die städtische und kulturelle Entwicklung Augsburgs durch den Willen und die Möglichkeit zu Innovation und Spitzenleistung gekennzeichnet.“
„Augsburg ist auf dem besten Weg in das elektronische und digitale Zeitalter - und entsprechend der Augsburger Tradition - ins globale.“
„Heute ist in Augsburg die Umwelttechnik zu Hause, unsere Stadt ist Bayerns Kompetenzzentrum für Umwelttechnologie.“
Festvortrag
Dr. jur. Dr.-Ing. E.h. Heinrich v. Pierer – Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG
„Der Standort Deutschland entwickelt sich weniger dynamisch als sein Umfeld. Ergebnis ist ein offensichtlicher Anpassungsstau.“
„Wir leiden in Deutschland unter einer Wachstums- und einer Innovationsschwäche des Standorts. Und dann kommt noch die Kostensituation hinzu.“
„In einem Land wie China gibt es jedes Jahr 350.000 junge Ingenieure, die die Universitäten verlassen. Bei uns sind es vergleichbar gerechnet etwa 40.000.“
„Das ist die Gemengelage in Deutschland: Stagnation, kein Wachstum, Kostenanstieg, weiterer Jobabbau.“
„Wer seine Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel setzt, weil er zu hohe Kosten in Kauf nimmt, der verhält sich nicht patriotisch, sondern verantwortungslos. Denn er gefährdet seine Existenz und seine Arbeitsplätze.“
„Die Nachfragezurückhaltung ist das Ergebnis der allgemeinen Verunsicherung. Darauf haben die Unternehmen nur sehr geringen Einfluss.“
„Wir müssen in der Gesellschaft im allgemeinen und in den Unternehmen im besonderen eine Kulturveränderung herbeiführen.“
„Man muss ganz deutlich sehen: Wir haben längst auch einen globalen Wettbewerb der Bildungssysteme, und der entscheidet über die Zukunft des Landes und die Chancen unserer Kinder und Enkel.“
Podium
Dipl.-Ing. Sabine Herold – Geschäftsführende Gesellschafterin der DELO Industrie Klebstoffe, Landsberg
„Es gehört Kraft und Mut dazu, Erfolg zu haben.“
„Die Unternehmen benötigen mehr Geld, um sich kreativ Gedanken zu machen, die Produkte zu verbessern und dadurch auch mehr Nachfrage zu schaffen.“
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann - Präsident der Technischen Universität München
„Man muss sich verabschieden von der klassischen Gremienwirtschaft.“
„Wenn das Prinzip der Personalverantwortung eingeführt wird an den Universitäten, dann kam man Zug um Zug Verantwortung übertragen.“
„Ein wichtiger Zukunftsmarkt der Universitäten ist die Fort- und Weiterbildung.“
Dr. jur. Dr.-Ing. E.h. Heinrich v. Pierer – Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG
„Wir fordern die Politik zum Selbstmord auf, denn die Politik soll Dinge durchsetzen, für die sie vom Wähler abgestraft wird.“
„Patente sind heute eine Waffe im Wettbewerb. Die Zahl der angemeldeten Patente sagt aber nichts aus über die Qualität der Produkte.“
Dr. Otto Wiesheu – Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
„Die psychologische Veränderung käme dann mit Sicherheit, wenn die Reformen die bei uns gemacht werden, noch weitreichender wären, selbst wenn die Proteste höher sind.“
„Der Abstieg Deutschlands geht viel schneller als der Aufstieg.“
„Politik und Wirtschaft müssen sich auf einen Katalog von Maßnahmen verständigen, den wir dann aber auch umsetzen.“






