Bayerischer Wirtschaftstag 2006
"Coopetition" in einem zusammenwachsenden Europa: das Beispiel der Drei-Länder-Region Ostbayern-Oberösterreich-Böhmen
Vertiefung und Erweiterung der EU stellen die Unternehmen in der Drei-Länder-Region Bayern, Oberösterreich und Böhmen vor große Herausforderungen, eröffnen aber zugleich auch große Chancen. Welche Auswirkungen hat die EU-Osterweiterung auf die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Region? Wieviel Wettbewerb, aber auch wieviel Kooperation, brauchen die KMUs und die Regionen in einem zusammenwachsenden Europa? Und welchen Beitrag kann die Politik hierbei leisten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Bayerischen Wirtschaftstages 2006 in Deggendorf.
Europa ermutigt, erleichtert und fördert es, sich über die alten Grenzen hinweg besser zu verstehen und besser zusammen zu leben. Europa fordert aber auch dieses Zusammenwachsen. In einem großen Europa stehen nicht nur die Länder, sondern eben auch die Regionen miteinander im Wettbewerb. Sie müssen innerhalb Europas, aber auch vor dem Hintergrund der Globalisierung alles tun, um in Zukunft starke Regionen zu sein oder zu werden.
Es werden und müssen deshalb neue, größere und leistungsfähigere Konstellationen und Wirtschaftsregionen entstehen. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Stärken der Teilregionen bewusst zu nutzen und zu vernetzen. Hier bietet sich eine Arbeitsteilung, eine funktionale Ergänzung geradezu an. Dafür müssen dann aber auch die Voraussetzungen geschaffen werden.

"Das Zusammenwachsen der Regionen Europas lässt sich nicht politisch verordnen. Es muss aktiv aus den Regionen heraus gewollt, gestaltet und getragen werden. Es sind die Menschen, die großräumiger 'zusammendenken' und zusammenwachsen müssen."
Dr. Dieter Soltmann
Präsident des Wirtschaftsbeirates Bayern

"Nutzen wir doch gemeinsam mit unseren Nachbarn Oberösterreich und Böhmen die Stärken unserer Regionen im internationalen Wettbewerb."
Rudolf Fellner
Vorsitzender des Bezirks Passau des Wirtschaftsbeirates Bayern
"In einem zusammenwachsenden Europa soll Deggendorf in der Donauregion eine wichtige Position einnehmen. Der Aufbau eines Regionalmanagements kann dafür die richtige Grundlage sein."
Anna Eder
Oberbürgermeisterin der Stadt Deggendorf
"In einem Europa offener Grenzen ist es wichtig, dass sich starke Regionen zusammenschließen, als leistungsstarke Wirtschaftsräume positionieren und gemeinsam den Weg in die Zukunft gehen."
Erwin Huber, MdL
Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
"Österreich ist ein Gewinner der europäischen Integration. Sowohl der Beitritt zur EU als auch die EU-Osterweiterung waren für uns große Sprünge nach vorn."
Mag. Markus Beyrer
Generalsekretär der Industriellenvereinigung Österreich
"Wir sehen den internationalen Wettbewerb als große Herausforderung, aber auch als große Chance und zwar nicht nur im Hinblick auf die Produktionskosten, sondern auch wegen der neuen Absatzmöglichkeiten."
Elisabeth Hintermann
Geschäftsführende Gesellschafterin der Mühldorfer GmbH & Co. KG
"Wer als Unternehmer langfristig in den mittel- und osteuropäischen Ländern erfolgreich sein will, muss auf Innovationen aufbauen und nicht nur auf kurzfristige Kostenvorteile."
Dipl.-Ing. Dr. h.c. Pavel Kafka
Generaldirektor und Siemens Landessprecher in der Tschechischen Republik
"Die Lohnkosten haben bei unserer Entscheidung, den Sprung auf den tschechischen Markt zu wagen, keine Rolle gespielt. Wir wollten den tschechischen Markt erobern. Das ist uns gelungen. Dadurch konnten wir 40 Arbeitsplätze in Deutschland sichern."
Josef Kappenberger
Geschäftsführer der Kappenberger + Braun GmbH & Co. KG
"Es sind vor allem die größeren Unternehmen, die international agieren und hier auch große Umsätze generieren. Dagegen hindern unzureichende Marktkenntnisse und die Sprachbarrieren die kleinen bayerischen Unternehmen an einem Auslandsengagement."
Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Maier
Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung an der Universität Bayreuth
Reinhold Sigl vom TRP 1 Fernsehen für Niederbayern moderierte souverän die Podiumsdiskussion.






